Freitag, 14. November 2008

Blank Generation

Lang lebe die Postmoderne. So gibt es eine RIESIGE Auswahl an Dingen die man tun kann. Oder auch nicht. Deswegen hat man bald allerdings irgendwie die Übersicht verloren. Damit das ganze nich in einer Zivilisationspanik ausartet, hilft das nur Peergroup suchen. Aber völlig ahnungslos in der komplexen Welt, gehört Schlomo einedeutig zur Blank Generation. Aber das ist halb so schlimm, denn so kann Schlomo:

"I belong to the blank generation and
I can take it or leave it each time
I belong to the blank generation but
I can take it or leave it each time"


Und weil Schlomo schlau und jung ist und dank dem Studium diverser Jugendkulturen weiß, dass es einige gibt und man die richtige nich so schnell findet, heißt es erstmal: austesten!

Same procedure: erstmal auschecken was hier alles geboten wird. Ein musikalischer Abend in einer Bar, warum nicht. Viele leute gehen in Bars, Bars gibts überall, das liegt bestimmt daran dass sie das Beste überhaupt sind!








Hmm. Bisher dachte Schlomo immer Platten wären aus so hartem, gerillten Plastik wie bei dem Typen der bei ihnen zu Untermiete wohnt. Allerdings sieht diese eher aus wie die Haut von Mochalöwe. Und das findet Schlomo irgendwie fragwürdig. Nicht, dass seine Artgenossen neben potenzsteigernden Chinesensuppen (naja fast, aber Capt. Mocha gab irgendwann doch mal zu das Tiger nur die metrosexuelle Variante wären, die der Meinung wäre ohne Bart, aber mit ordentlich Make-up wäre man viel attraktiver. Und außerdem machen Längsstreifen schlank. Das hätten sie jetz davon ...), jetz auch noch für die akkustische Beschallung Schlomos zukünftigen Jugendkultur herhalten müssen. Ne, so ein Oi! möchte Schlomo dann doch nicht sein. Ein bischen kritisches Bewußtsein muss schon her!

Also auf zu den Meistern kritischen Bewußtseins: Crustpunks!

Zum glück war ja ein Reclaim the Streets Festival, wo man nachdem man mutig Helsinkis unbefahrenste Straßen-kreuzung okupiert hatte, sich ganz dem Anti-faschis-tischen, Anti-rassis-tischen, Antisexistischen, Antihomphoben, Anti-antisemitischen, Antikapitalischen, Antiauthoritären, Antimilitatistischen und Anti-Atom Kampf für Anarchie, Frieden und bezahlbares veganges Fastfood widmen konnte. Komisch nur, dass die mehr gegen als für was sind. Aber wusste nicht schon Adorno, wenn man nur gegen was, und nicht für was ist, kann man wenigstens nicht aus falsche Pferd setzen? Nur, wo ist die Band? Und wer weiss aus was die ihre Musik machen? Veganen Tigerschallplatten?

Die Crustszene jedenfalls gibt sich nicht mit Kleinigkeiten zufrieden. Und in einer Szene wo selbst das Standard-inventar größer als Schlomo ist, sind die Karriere-chancen eventuell sehr begrenzt... Ausserdem muss man sich da viel zu viel merken. Ein Anti würde doch reichen...







Schlomo hat deswegen nun beschlossen einfach mal Anti-Crust zu sein. Aber jedes Anti, brauch auch ein Pro. Alte Ying Yang Weisheit. Aber was? Und schon flattere die(?) Lösung herein: ein kostenloses Festival! Is ja ganz schön hier. Nur mal warten wie die Bands so sind. Soll alles möglich sein, wird also schwer mit der Szene. Aber vllt. sollte Schlomo Pro-Vielfalt sein? Oder Pro-kostenloses-Festival? Vllt. ist es so toll das Pro-Festival schon reicht? Nachdem Schlomo sich durch den Banddschungel gehört hat, und sich durch 7€ günstiges Festival Essen gekämpft hat, hat er eine Lösung gefunden: Er ist Pro-kostenlos. So hält sich der Verlust in Grenzen. Ja Adorno, wir wissen... Sollte Schlomo nun den Pfad der Subkulturen verlassen ohne trautes Heim? Gibt es denn wirklich keine endgültigen Wahrheiten mehr? Langsam versteh Schlomo den Reiz von Religion, Verschwörungstheorien und Godwin's Law. Aber muss es das schon gewesen sein? Sich grungig in die Welt der Besserwisserei verabschieden ohne Klubs, Konzerte und Kotzen?

Den so schlecht ist das alles ja nicht....


Auch wenn man zum ordenlichen Abrocken immer noch hochgehalten werden muss...

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